Pilotprojekt Schutzzeiten


Foto: Wanderfalken - A. Buck

Wichtige Informationen zum Pilotprojekt für verkürzte und flexible Schutzzeiten an Brutfelsen Basierend auf einem gemeinsamen Vorschlag von DAV, IG Klettern und Arbeitsgemeinschaft Wanderfalkenschutz (AGW) werden in Abstimmung mit dem Ministerium für Ländlichen Raum und weiteren Naturschutzbehörden an ausgewählten Pilotfelsen verkürzte und flexible Schutzzeiten an bekletterten Brutfelsen eingeführt und getestet. Das Pilotprojekt läuft von 2011 bis 2013 an folgenden Felsen: An den Felsen gelten weiterhin die behördlichen Kletterregelungen mit allen Nebenbestimmungen. Lediglich die zeitliche Sperrung zum Schutz der Brutvögel wird für die Dauer des Pilotprojektes verändert.

Die Grundsperrzeit wird bei Bruten von Kolkraben oder Wanderfalken um einen Monat verkürzt und ist nun jährlich von 1. Januar bis 30. Juni. Bei Dohlenbrut ist die Schutzzeit von 15. Februar bis 30. Juni und im Oktober halbtags bis 12.00 Uhr. Beim Rusenschloß addieren sich die Schutzzeiten (Kolkrabe und Dohle!) entsprechend.

Je nach Brutverlauf kann die Sperrzeit in Absprache mit der Arbeitsgemeinschaft Wanderfalkenschutz und dem lokalen Arbeitskreis Klettern und Naturschutz (AKN) vom Landratsamt verkürzt oder verlängert werden. Eine gemeinsame Überprüfung des Brutverlaufs durch AKN und AGW findet frühestens im Mai statt. Eine Beschilderung vor Ort informiert über den aktuellen Status. Informationen zu aktuellen Sperrungen und Freigaben finden sich auch unter: www.alpenverein-bw.de

Der moderne und kletterfreundliche Ansatz erfordert eine verstärkte Betreuung der Brutfelsen und eine enge, vertrauensvolle Kooperation zwischen Vogelschützern und Kletterern. Insbesondere gegen Ende der Brutzeit bedarf es gemeinsamer Begehungen und Beobachtungen um den Fortgang der Brut zu dokumentieren. Nur nach eindeutiger Bestätigung des Ausfliegens der Jungvögel kann ein Kletterfels frühzeitig geöffnet werden. Verzögert sich die Brut oder gibt es keine gemeinsamen Ortstermine, bleibt der Fels bis zum Ende der Grundsperrfrist (oder in seltenen Fällen sogar darüber hinaus) gesperrt. Gleiches gilt bei Vertreibungen von Brutvögeln oder unnatürlichen Brutabbrüchen.

Für die AG Wanderfalkenschutz bedeuten die flexiblen Regelungen einerseits mehr Absprachen und Arbeit, andererseits wird eine weitere Steigerung der Akzeptanz des Vogelschutzes am Fels erwartet sowie eine aktive Mitarbeit der Kletterer bei der Betreuung und Beobachtung der Brutvögel, z.B. bei der Beringung von Jungvögel an Felsen. Eine verstärkte Kooperation zwischen AGW und den Arbeitskreisen Klettern und Naturschutz ist das erklärte Ziel der Verbände.


Beispiel - Schild

Wir bitten alle Kletterer, sich an die flexiblen, aber dennoch verbindlichen Sperrzeiten zu halten. Vom Erfolg des Pilotprojektes hängt eine landesweite Einführung von flexiblen Regelungen ab.

Rückfragen an den lokalen AKN (Adressen auf der Homepage des DAV-Landesverbands)
oder an Heiko Wiening: heiko_wiening@alpenverein-bw.de

Diese Infos als pdf: Pilotprojekt Schutzzeiten